Chronik
Wie begann alles? Wo kam die Idee her für einen Fanfarenzug in Velpke?
Der ehemalige 2. Vorsitzende vom Schützenverein Velpke, Siegurd Stegemann, hatte lange schon den Traum und Wunsch, einen Fanfarenzug in Velpke ins Leben zu rufen. Anfangs, wenn er davon erzählte, wurde er nur belächelt. Aber zum Schützenfest 1997 kam ihm die tolle Idee.
Auf dem Schützenfest bauten ein paar aktive Jugendliche eine Ausstellungsecke im Schützenhaus auf. Dort konnte man alte lange Fanfaren und Landsknechttrommeln bewundern. Viele Kinder und Jugendliche probierten in den Tagen des Schützenfestes auf den alten Fanfaren zu spielen. Unter anderem auch der heutige musikalische Leiter Uwe Krüger und seine Söhne Christopher und Maik Krüger, da diese zu diesem Zeitpunkt in Wolfburg einem Fanfarenzug angehörten und somit schon spielen konnten. Dieses blieb Siegurd Stegemann nicht verborgen. Er war total begeistert und sprach Uwe Krüger an, ob er nicht einmal Montags Zeit hätte, für eine Probestunde. Aber Uwe lehnte zunächst ab, da ihm die nötige Zeit fehlte und eigentlich von seiner Seite her auch kein Interesse bestand. Da aber so ein Schützenfest in Velpke immerhin 4 Tage dauert und auch jede Menge Bier fließt, lies sich Siegurd Stegemann nicht entmutigen und nutzte die Zeit ihn zu überzeugen.
Schon eine Woche nach dem Schützenfest kam Uwe Krüger und schaute sich die Übungsstunde an. Als Uwe kam, fand er Siegurd Stegemann und eine Hand voll Kinder vor.
Die Kinder waren alle noch unerfahren und bekamen keinen Ton raus, bis auf Siegurd Stegemann, er spielte schon vor 44 Jahren in einem Fanfarenzug. Uwe Krüger traute seinen Augen nicht und glaubte noch viel weniger, dass das mit dem Fanfarenzug einmal etwas werden sollte. Trotzdem gab er den Kindern eine Chance und fing mit den Tonleitern an zu üben. Schon nach dem ersten Üben hatten die Kinder soviel Spaß, dass eine Woche später doppelt so viele da waren. Durch Mundpropaganda der Kinder wurden es jede Woche mehr.
Der erste offizielle Auftritt war die Weihnachtsfeier des Schützenvereins 1997. Wir erinnern uns heute gern daran. Einen Abend vorher war Generalprobe. Sabine Krüger, die damals noch nicht mitmachte, wünschte ihrem Mann einen guten Reinfall. Prompt viel die Generalprobe auch ins Wasser. Uwe Krüger war verzweifelt, aber Sabine Krüger blieb optimistisch. Es konnte ja nur besser werden.Sabine Krüger hatte eine leise Ahnung, dass bei der Weihnachtsfeier alles gut werden würde, und sie behielt Recht. Maik Krüger war gerade erst 10 Jahre alt geworden und hatte am Nachmittag solche Angst, dass er nicht mal seine Fanfare fand ,die direkt vor seinen Füßen lag.
Dann kam der Auftritt zur Eröffnung der Weihnachtsfeier. Es war ein Wunder, dass soviel Kinder so leise sein konnten. Dann gab Uwe das Zeichen und die Kinder fingen an zu spielen. Schon nach zwei Minuten musste Uwe Krüger seine Fanfare absetzen und sich umdrehen, damit die Kinder seine Freudentränen nicht sehen konnten. Denn es war das erste Mal , dass sein Fanfarenzug gleichmäßig und sauber spielte. Die Schützenbrüder und -schwestern, die diese Kinder einen Abend vorher noch gehört hatten, trauten ihren Ohren kaum und fragten anschließend, ob die Kinder etwas ins Essen bekommen hätten. Von da an war auch ihnen klar, das kann nur besser werden.
Heute sind sie stolz, so einen Zug in ihrem Verein zu haben. Schon ein halbes Jahr später, zu Pfingsten 1998, war in Grafhorst Schützenfest. Uwe Krüger und Siegurd Stegemann beschlossen, das der Fanfarenzug des Schützenverein Velpke, den ersten Umzug, mit den Schützen aus Velpke, musikalisch zu begleiten. Ein befreundeter Spielmannszug aus Wolfsburg erklärte Uwe Krüger für total verrückt. Aber so ist er nun mal, wer ihn kennt , der weiß das. Den Kindern vom Fanfarenzug, 40 an der Zahl, war nicht zum Lachen, denn sie mussten sich das erste Mal beweisen. Die Angst war den Kindern ins Gesicht geschrieben, als der Umzug losging. Als der Umzug sich in Bewegung setzte, war allerdings keine Zeit mehr für die Angst. Das Marschieren klappte noch nicht so, aber die Musik. Nach 1 1/2 Stunden war klar, der Fanfarenzug SV Velpke hatte bestanden. Selbst dem Spielmannszug aus Wolfsburg blieb nichts anderes übrig, als Uwe Krüger und Siegurd Stegemann sowie den Kindern zu gratulieren.
Seit diesem Sommer 1998 gab es für den Fanfarenzug keine Ruhe mehr. Er spielt auf Schützenfesten, Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen, sowie zu Laternenfesten. Der Fanfarenzug eroberte den Raum Braunschweig und Hannover.
Bei allem was wir tun, kommt unsere Freizeit aber nicht zu kurz. Gemeinsam unternehmen wir auch privat sehr viel, z.B. Eis essen, in den Heidepark fahren oder zum Baden nach Celle. Aber auch eine Woche Zeltlager in Knesebeck steht jedes Jahr auf dem Programm. Dort wird je nach Wetterlage sehr viel gebadet und Volleyball gespielt. Nachtwanderungen und auch abends gemütlich am Lagerfeuer sitzen und z. B. Stockbrot backen, stehen auch auf dem Programm. Unsere Kids haben in dieser Woche immer sehr viel Spaß, was auch der Vorstand vom Schützenverein Velpke immer wieder gern bestätigt. Diese kommen immer einen Tag zu Besuch und sind sehr begeistert, was wir alles für unsere Kids auf die Beine stellen.
Jubiläum
Wir schreiben das Jahr 2007 , Vor zehn Jahren begann unsere Geschichte.
In diesem Jahr nun feierten wir mit stolz unser 10 Jähriges Jubiläum, nachdem man uns ja vor zehn Jahren keine Chance zum überleben eingeräumt hatte.
Nach vielen Monaten, des Vorbereitens begann am 01.09.2007 der Sternenmarsch zum Auftakt unseres Festes. Viele Musikalische Gäste sind unserer Einladung gefolgt, und haben unser Fest mit ihrer Anwesendheit bereichert. Aber auch aus den Schützenvereinen, die wir seit vielen Jahren immer wieder Musikalisch begleiten, sind Abordnungen unserer Einladung gefolgt. Sowie unserer Bürgermeister Thomas Thiere, der zweite Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Helmstedt, Wilfried Meyer und viele andere mehr. Mit ihren Gratulationen und Glückwünschen, haben sie uns eine große Freude bereitet. Sie haben uns bestärkt unser handeln und tun gegen über der Jugend weiter zu machen.
In diesen zehn Jahren ist viel passiert. Ein Spielmann z.B. war vor ca.9 Jahren ausgestiegen. Ein paar Monate vor unserem Jubiläum, kam er wieder und wollte wieder mit dabei sein. Wir freuten uns sehr und nahmen ihn sofort wieder in unseren Reihen auf.
Bei den Vorbereitungen zu unserem Fest, fanden wir ein paar Trommlersticks. Es waren Patrick Detizek erstes paar Sticks. Als wenn es so sein sollte, vielleicht eine art Omen? , ein gutes Zeichen??.
Der Stellvertretende Abteilungsleiter Christopher Krüger, rief Patrick Detizek beim Jubiläum auf. Patrick Detizek solle zu Christopher Krüger im Schützenhaus oben auf den Balkon kommen.Der Stellvertretende Abteilungsleiter erzählte die Geschichte, als Patrick Detizek ausstieg und nach zehn Jahren wieder kehrte. Dann zeigte Christopher Krüger ihm seine ersten Sticks. Patrick Detizek freute sich und der gesamte Fanfarenzug applaudierte .
Es war ein schöner Moment. Allen Spielleuten ist heute klar, das nicht unsere Musik, sondern auch unser Zusammenhalt, innerhalb der Gruppe uns nur weiter bringen kann.
" Einer für Alle & Alle für einen"
Soviel ist an diesem Wochenende geschehen, man könnte ein Buch daraus machen. Alle Musiker, die das gesamte Wochenende da waren, waren begeistert. Und auch ihnen ist bewusst geworden, dass wenn wir alle zusammen halten, unsere Musik auch die nächste Generation überlebt.
PS: In unserem Jubiläumsjahr haben wir wohl das anstrengste Jahr hinter uns, was wir je hatten. Im Dezember kamen wir auf 48. Auftritte in nur 52. Wochen.
An alle Spielleute ein Dankeschön, für euer Durchhalte vermögen.
Weitere Episoden werden folgen.
Bis dahin verbleiben wir.
Mit freundlichen Grüßen
Der Fanfarenzug SV Velpke.